Regenwaldsoja für Europa



Nach der Untersuchung der Zeitschrift SCIENCE vom Donnerstag den 16. Ist etwa 20 % des nach Europa exportierten Sojas auf Flächen gewachsen, auf denen der Regenwald illegal abgeholzt wurde.

69 % des nach Europa exportierten Sojas stammt aus den Regionen Amazonien und Cerrado.

Unter dem Titel „Faule Äpfel der Brasilianischen Landwirtschaft“ beschreibt der Forscher Raoni Rajao gemeinsam mit 12 anderen internationalen Wissenschaftlern, unter Anderem der Universität Bonn, die Situation.

Die vielen Informationen, die über den verlorenen Wald veröffentlicht werden, zeigen erste Reaktionen in Brasilien. Vizepräsident Mourao erklärte , dass die Aktionen der Regierungen „spät“ begonnen hätten. Das Institut INPE, dass die Situation der Brände über Satelliten kontrolliert, hat im Juni Rekordabholzungen festgestellt. Allerdings wurde sofort danach die Verantwortliche Lubia Vinhes, abgesetzt. Aus demselben Grund verlor im August 2019 der Direktor des INPE seinen Posten.

Es waren 1034,4 km2, das war der Rekord seit 2015, als dieses Überwachungssystem eingeführt wurde. Im ersten Halbjahr 2020 betrifft die Entwaldung 3.069,57 km2, eine Steigerung von 25 % im Vergleich zum Vorjahr.

Druck anderer Länder

Für die Forscher ist es wichtig, dass die grossen Handelspartner sie mobilisieren, auf Brasilien Druck ausüben, damit die Umwelt geschützt wird.

Zum Besipiel sollte die UE den Handelsvertrag mit dem Mercosul, deren Unterzeichnung noch aussteht nützen, um die Rettung der Umwelt und den Respekt des Waldcodes zu verlangen.

Alle Wirtschaftspartner Brasiliens tragen die Schuld daran, indirekt die Abholzung und die Befreiung von Treibhausgasen zu fördern, wenn sie den Import und den Konsum von landwirtschaftlichen Produkten die mit legaler oder illegaler Entwaldung zusammenhängen, nicht verhindern. Laut Universität Bonn erzeugt Soja auf abgeholzten Flächen 200 Mal mehr Treibhausgase als das von traditionnel bearbeiteten Feldern.

Die Wissenschaftler haben eine Software entwickelt, die es Unternehmen, Regierungen und anderen Forscher ermöglicht, diese Daten zu verwenden. „Ein Lösungsvorschag“, sagt Rajao, „liegt darin, dass man mit Hilfe dieser Software die Herkunft der Produkte besser verfolgt und überwacht“.

2 % der Grossgundbesitze in den betroffenen Regionen, Amazonas und Cerrado, sind für 62 % der illegalen Abholzung verantwortlich.

Um Soja zu pflanzen, verwenden die Landherren Felder, die nicht illegal abgeholzt wurden, und verwenden die illegalen Zonen für andere Produkte, so entkommen sie dem Embargo

Was das Rindfleisch betrifft, werden die Kälber an reguläre Farmen weiterverkauft, dort gemästet und so können die internationalen Bestimmungen umgangen werden.

Für die Studie wurden 815 Latifundien untersucht.

Dem Gesetz nach dürfen im Amazonasgebiet nur 20 % von jedem Landgut bewirtschaften, die anderen 80 % sind Schutzgebiet. Wenn vor Juni 2008 bereits mehr Fläche abgeholzt war, muss der Eigentümer wieder aufforsten. Sollte er nach diesem Datum abgeholzt haben, müsste er bestraft werden.

Im Cerrado variiert dieses Schutzgebiet zwischen 20 und 35 %.

Jedoch hat die Untersuchung aufgezeigt, dass 45 % der Landbesitze im Amazonas und 48 % im Cerrado diese Regeln nicht befolgen.

Bis spätestens in diesem Jahr sollten alle Landbesitzer in die Programme der Umweltregulierung einsteigen, sie haben 20 Jahre, um die Flächen, die bis 2008 abgeholzt wurden, wieder aufzuforstenn.

Auf 20 % der 53 000 Latifundien, die in den zwei Regionen Soja pflanzen, geschieht dies auf Flächen, die nach 2008 entwaldet wurden, und zwar etwa die Hälfte der Gesamtproduktion dieser Grossbetriebe.

Das bedeutet, dass etwa 2 Millionen Tonne Soja aus illegal entwaldeten Gebieten den europäischen Markt erreicht haben. Wenn man aber bedenkt, dass in Amazonien bereits ein Moratorium für diese Leguminose besteht, liegt die Dunkelziffer noch viel höher. Auf illegal abgeholztem Land werden andere Feldfrüchte angebaut und Rinder gezüchtet.

Die Vereinigung der Sojaexporteure schiebt die Verantwortung für die Kontrolle dieser Tricks der Regierung zu.

Die EU importiert pro Jahr etwa 190000 Tonnen Rindfleisch. Von 4 Millionen Rindern in Schlachthäusern stammten 500000 aus Betrieben, die illegal abgeholzt haben. Das betrifft 2 % des gesamten Rindfleischs, das in Amazonien produziert wird und 13% dessen aus dem Cerrado

Wenn man die Rindfleischproduktion der Staaten Para und Mato Grosso in Betracht zieht, so sind etwa 60 % der Rinder mit illegaler Abholzung in Berührung gekommen, sei es direkt oder über ihr Futter.

Europa kann und muss mithelfen, die aktuelle brasilianische Regierung zum Fall zu bringen. Mit jedem Bissen Fleisch kann jeder Europäer mitmachen !

Zur Zeit gibt es keine bevorstehenden Veranstaltungen

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